Grußwort Kongresspräsident

Volker Köllner

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

„Mind the Gap“ ist auch unser Motto für den Kongress 2021.

Als wir als Berlin/Brandenburger Kongressteam im April recht spontan zusagten, den Kongress „eben ein Jahr später“ auszurichten, hatten wir noch die Illusion, den Kongress quasi nur verschieben zu können. Inzwischen zeigt sich, dass die Covid-19-Pandemie unser Leben stärker und nachhaltiger beeinflusst, als wir damals wahrhaben wollten. Ehrlich gesagt wissen wir jetzt, Ende Oktober 2020 noch nicht genau, wie der Kongress in 9 Monaten ablaufen wird. Sicher ist: Wir werden einen Kongress machen und er wird anders sein als die bisherigen.

Gemeinsam mit K.I.T. planen wir einen Hybrid-Kongress mit einem möglichst großen Teil vor Ort und einem Teil, der im Internet übertragen oder stattfinden wird. Das gibt uns die Flexibilität, je nach Pandemie-Lage den virtuellen Teil kleiner oder größer zu machen. Die Posterpräsentation erfolgt zum ersten Mal sowohl online als auch vor Ort auf Video-Monitoren, was den Postern eine noch größere Beachtung sichert. Im Online-Format sehen wir auch eine Chance, Kolleginnen und Kollegen, die in den vergangenen Jahren nicht für mehrere Tage nach Berlin kommen konnten, eine Teilnahme zu ermöglichen.

Bei „Mind the Gap“ denken wir heute vielleicht zuerst an die obligaten 1,5 Meter Abstand. Unser Thema ist aber die Lücke zwischen Forschung und Praxis, die wir mit unserem Kongress etwas kleiner machen wollen. Von Kolleginnen und Kollegen in Klinik und Praxis hört man immer wieder, dass die in Studien untersuchten Patienten nicht der Realität entsprechen und Forschungsergebnisse nicht auf die Versorgungsrealität übertragbar seien. In der Forschung gibt es zuweilen Enttäuschung, dass evidenzbasierte Behandlungsmethoden nur sehr verzögert Verbreitung finden. Wir wollen daher die Chance nutzen, dass der Kongress erstmals von einem gemischten Team aus Praxen, Krankenhäusern, Rehakliniken, Forschung und dem jungen Forum der DGPM gestaltet wird und haben als Untertitel gewählt: „Forschung und Praxis im Dialog“. Deshalb wollen wir auch neue Formate, wie Pro- und Contra-Diskussionen und Interaktive Falldiskussionen anbieten. Bei der Abstracteinreichung haben wir die Kategorie „Innovationswerkstatt“ neu eingeführt und möchten Sie ausdrücklich ermuntern, innovative Konzepte aus Ihrer Praxis oder Klinik auch ohne Daten vorzustellen und entsprechende Abstracts einzureichen.
Mit unserem Motto haben wir aber auch Lücken und Brüche zwischen den Sektoren des Versorgungssystems im Blick. In den Plenarveranstaltungen wollen wir Konzepte aufzeigen, diese kleiner werden zu lassen und wir möchten Sie ausdrücklich ermuntern, Abstracts zu dieser Problematik einzureichen.
„Mind the Gap“ steht gleichsam für die Position unseres Faches, dass seit jeher zwischen den Stühlen Körper- und Seelenmedizin sitzt und die Aufgabe hat, diese zu überbrücken und kleiner werden zu lassen. Lücken und Brüche zur Sprache zu bringen war und ist ein Wirkprinzip und Erfolgsgeheimnis der Psychosomatischen Medizin.
Zu „Mind the Gap“ gehört auch, neben Ärzten Pflegekräfte und SpezialtherapeutInnen in der Psychosomatischen Medizin anzusprechen. Damit dies gelingt, sind die Kongressgebühren für Pflegekräfte und SpezialtherapeutInnen moderat angesetzt, und wir möchten Sie besonders herzlich einladen, unseren Kongress mit Ihren Beiträgen und Ihrer Anwesenheit zu bereichern.

Auch wenn Ihr Beitrag zum Kongress 2020 bereits angenommen war, bitten wir Sie, ein neues Abstract einzureichen. Wir haben uns dafür entschieden, die Beitragseinreichung komplett neu zu starten, zum einen, weil sonst nicht klar wäre, wer wieder vorstellen möchte und wer nicht und zum anderen, weil im Laufe der letzten 12 Monate in vielen Projekten wahrscheinlich neue Daten erhoben wurden und Sie deshalb etwas Aktuelleres vorstellen möchten.

Wir freuen uns auf die Begegnung mit Ihnen und einen lebendigen Austausch beim Kongress 2021 – egal ob in der Urania oder online!

Mit herzlichen Grüßen

Prof. Dr. Volker Köllner

Programmteam: Bernd Bergander, Christoph Flückiger, Katharina Hof, Ulrich Keßler,

Alexa Kupferschmitt, Bernhard Palmowski, Henning Schauenburg, Robert Smolka, Peter Vogelsänger, Cora Weber