Grußwort des Bundesministers für Gesundheit

In den letzten vier Jahrzehnten hat sich die Versorgung seelisch erkrankter Menschen deutlich verbessert. Diese gute Entwicklung geht einher mit einer bevölkerungsweit zunehmenden Inanspruchnahme psychiatrischer und psychotherapeutischer Leistungen und damit zu einer weitaus häufigeren Behandlung seelischer Erkrankungen als früher.

Nun bedeutet eine steigende Patientenzahl auch steigende Anforderungen an die Versorgung. Ziel ist es, die Qualität der gesundheitlichen Versorgung bei einer zunehmenden Zahl seelisch kranker Menschen zu sichern und sie möglichst weiter zu verbessern.

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Eine wichtige Weichenstellung in der künftigen Versorgung seelisch kranker Menschen ist mit dem „Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen“ gelungen. Mit diesem Gesetz schaffen wir unter anderem verbindliche Mindestpersonalvorgaben und stärken die menschliche Zuwendung für die betroffenen Menschen. Behandlungen, die einen höheren Aufwand mit sich bringen, werden künftig besser vergütet als weniger aufwändige Therapien. Davon profitieren sowohl die Einrichtungen als auch die Patientinnen und Patienten. Diesen kommt zudem auch die zukünftig mögliche Versorgung durch besondere Behandlungsteams der Krankenhäuser im häuslichen Umfeld zugute. Für Menschen mit seelischen Leiden und stationärer Behandlungsbedürftigkeit wird damit eine auf das Lebensumfeld zugeschnittene Versorgung gewährleistet. Dies kann bei seelischen Erkrankungen den Behandlungserfolg nachhaltig stärken.

Unverzichtbar ist für Menschen mit schweren und chronischen seelischen Leiden die gute Zusammenarbeit der Fachbereiche, denn sie wechseln im Krankheitsverlauf häufig zwischen den verschiedenen Sektoren stationär, teilstationär und ambulant. Deshalb muss diese

Vernetzung in der Gesundheitsversorgung insgesamt noch besser gelingen. Hier kann der Innovationsfonds unterstützen, den die Bundesregierung im Rahmen des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes ins Leben gerufen hat. Mit diesem Fonds stellen wir in den Jahren 2016 – 2019 jährlich 300 Mio. Euro bereit, um neue Versorgungsformen und die Versorgungsforschung stärker voranzubringen. Innovative Versorgungsformen, die sich bewähren, sollen dauerhaft in die Versorgung übernommen werden.

Der diesjährige Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie trägt die Überschrift „Psyche – Soma.“ Mensch – System“. und greift damit einen Bereich auf, dem sich auch die Gesundheitspolitik aktuell intensiv widmet. Gerade vor diesem Hintergrund freue ich mich auf die Ergebnisse Ihrer Veranstaltung und wünsche den Kongressteilnehmerinnen und Teilnehmern aufschlussreiche Gespräche, geprägt von neuen Erkenntnissen.

Groehe

Herrmann Gröhe
Bundesminister für Gesundheit